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Re-Therapie für Hepatitis C-Therapieversager:
Zweite Chance bei Rückfall oder Nicht-Ansprechen

In den letzten 15 Jahren konnten die Heilungschancen bei der chronischen Hepatitis C-Virusinfektion (HCV) kontinuierlich verbessert werden. Mit der derzeit zugelassenen Kombinationstherapie mit Peginterferon und Ribavirin wird bei optimaler Dosis und Behandlungsdauer bei gut der Hälfte der Patienten eine dauerhafte Virusfreiheit erreicht (Sustained Virological Response, SVR). Die Entwicklung der antiviralen Therapie führte von der konventionellen Interferonmonotherapie zur Behandlung mit pegyliertem Interferon in Kombination mit Ribavirin. Die Therapiedauer ist vom HCV Genotyp und der Viruslast sowie dem Abfall der Viruslast am Anfang der Behandlung abhängig. 

Trotz der guten Therapieerfolge durch die Einführung der Kombinationstherapie mit pegyliertem Interferon plus Ribavirin erleiden immer noch zwischen 15 und 20% der Patienten einen Rückfall nach Therapieende (Relapse) und 15 bis 25% sprechen von Anfang an nicht adäquat auf die Behandlung an (Non-Responder).

Definitionen:

Relapse (Rückfall) = komplettes virologisches Ansprechen (spätestens zur Woche 24 HCV-RNA negativ), aber mit Wiederauftreten der Hepatitis C-Virämie nach Therapieende.

Non-Response (Nicht-Ansprechen) = Patienten, bei denen es innerhalb von 12 Wochen zu keinem Abfall der Viruslast um ≥ 2 log Stufen kommt bzw. die zu Woche 24 weiterhin HCV-RNA positiv sind.

Die Therapieversager sind auf weitere Behandlungsoptionen angewiesen, denn die erfolgreiche Behandlung der Hepatitis C kann lebenswichtig sein: Eine über Jahrzehnte verlaufende chronische Entzündung der Leber kann zu einer fortschreitenden Zerstörung des Organs führen. Dabei wird funktionstüchtiges Lebergewebe zunehmend zerstört. Bei weiterem Fortschreiten entsteht eine Fibrose, die schließlich in einer Zirrhose enden kann. So sind 60% aller Lebertransplantationen durch eine chronische Hepatitis C-Infektion bedingt. Gleichzeitig besteht durch die Hepatitis C-Infektion im Einhergang mit einer Leberzirrhose ein erhöhtes Risiko an Leberkrebs zu erkranken.

Die erneute Therapie von Hepatitis C-Patienten, die auf eine vorangegangene Kombinationstherapie (mit Interferon oder Peginterferon) nicht angesprochen (Non-Responder) oder nicht dauerhaft angesprochen (Relapser) haben, sollte daher in Erwägung gezogen werden.

Eine Studie konnte zeigen, dass 36% der Re-Therapie-Patienten bereits in Woche 12 virusnegativ waren. Von diesen Patienten mit frühem Ansprechen wurde wiederum mehr als die Hälfte dauerhaft geheilt. Patienten, die bis Woche 12 der Behandlung nicht auf die Therapie ansprachen, hatten in der Studie hingegen nur eine sehr geringe Chance auf Heilung.

Grundsätzlich ist die Chance auf Heilung durch eine erneute Therapie bei Patienten mit einem Rückfall (Relapser) deutlich höher als bei Non-Respondern. Relapser, die bereits im Rahmen der Ersttherapie mit der nach heutigen Erkenntnissen bestmöglichen Kombination aus pegyliertem Interferon und Ribavirin behandelt wurden, sprachen gemäß der Studie bei einer Re-Therapie zu 33%, Non-Responder hingegen nur zu 6% dauerhaft an. Die Chance auf Heilung durch eine Re-Therapie steigt jedoch auch für Non-Responder, wenn die Bedingungen, unter denen die Ersttherapie stattfand, nicht optimal waren, d.h. beispielsweise Stressfaktoren, frühzeitige Dosisreduktionen oder ein unregelmäßiges Einnahmeverhalten die Therapie beeinträchtigt haben.

Studien belegen, dass die besten Behandlungserfolge erzielt werden, wenn es dem Patienten gelingt, über mindestens 80% der empfohlenen Therapiedauer mindestens 80% der verordneten Medikamentendosis (Peginterferon und Ribavirin) einzunehmen.

Re-Therapie in vielen Fällen empfehlenswert

Grundsätzlich können die Ergebnisse der Studie als vielversprechend angesehen werden, denn obwohl es sich bei den Studienteilnehmern hauptsächlich um schwierig zu behandelnde Patienten handelte, konnte insgesamt eine Heilungsrate von 22% erreicht werden (17% nach Ersttherapie mit pegyliertem Interferon und Ribavirin).

Sollten Sie ebenfalls einen Rückfall nach einer Hepatitis C-Therapie erlitten oder nicht ausreichend auf die erste Behandlung angesprochen haben, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, ob eine erneute Behandlung für Sie in Frage kommt!

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