Kinder und Jugendliche

Inhaltsverzeichnis dieses Artikels

  1. Prävalenz
  2. Verlauf
  3. Therapie
  4. Heilungschancen

Prävalenz

Obwohl die Zahl der Neuinfektionen mit Hepatitis C in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat, da verseuchte Blutprodukte als Übertragungsweg nicht mehr relevant sind, bleibt die chronische Hepatitis C auch bei Kindern von Bedeutung. Zukünftig wird die vertikale Transmission, die Übertragung des Virus von der Mutter auf das Kind, die dominierende Rolle spielen. Das Übertragungsrisiko liegt vor, während und nach der Geburt bei 5 bis 10%. Von den etwa 700.000 Kindern, die pro Jahr in Deutschland geboren werden, haben etwa 0,5% ein Risiko für eine perinatale HCV-Infektion. Das entspricht einer geschätzten Zahl von 150 neu infizierten Kindern pro Jahr.

Verlauf

Die Hepatitis C-Infektion verläuft auch bei Kindern und Jugendlichen (bis 16 Jahre) zu etwa 80% chronisch. Da die Immunabwehr besonders bei Kleinkindern noch nicht vollständig ausgebildet ist, sind die Heilungschancen bei ihnen etwas schlechter. Mittlerweile hat sich aber herausgestellt, dass schwere Verläufe im Kindes- und Jugendalter eher selten sind: Untersuchungen der Leber bei Kindern und Jugendlichen mit chronischer Hepatitis C ergaben im Durchschnitt eine geringe entzündliche Aktivität und nur selten eine Leberzirrhose. Letzteres tritt bei Kindern und Jugendlichen nur in etwa 5 bis 10% der Fälle auf. Durch den frühen Zeitpunkt der Infektion ist das Risiko im Erwachsenenalter an Leberzirrhose und ihren Folgen zu erkranken bei Kindern und Jugendlichen jedoch erhöht. Somit ist eine frühzeitige Therapie ab dem 3. Lebensjahr zu empfehlen.

Therapie

Seit Mitte des Jahres 1999 ist bei Erwachsenen mit chronischer Hepatitis C die Kombinationsbehandlung mit Interferon alfa und Ribavirin zugelassen. Die Kombinationstherapie hat sich mittlerweile als Standard etabliert und ist im April 2001 durch die Zulassung des pegylierten Interferons noch weiter optimiert worden. Bei Peginterferon handelt es sich um ein Depot-Interferon, das statt mehrmals nur noch einmal pro Woche injiziert werden muss, da es über eine verlängerte Wirksamkeit verfügt. Dadurch konnte bei Erwachsenen eine weitere Verbesserung der Ansprechraten erreicht werden. Zur Hepatitis C-Therapie bei Kindern ist bisher nur die Kombinationstherapie mit Interferon alfa plus Ribavirin zugelassen. Beide Medikamente werden in Abhängigkeit vom Körpergewicht dosiert.

Heilungschancen

Die Heilungschancen sind sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen vom Genotyp der Hepatitis C-Infektion abhängig. Kinder mit dem Genotyp 2 oder 3 haben eine 80 bis 90-prozentige Heilungschance, die mit der von Erwachsenen vergleichbar ist. Bei dem häufigen Genotyp 1 hingegen betragen die dauerhaften virologischen Ansprechraten nur zwischen 40 und 50%. Bei Erwachsenen mit einer HCV Genotyp 1-Infektion sind sie mit durchschnittlich über 50% etwas besser.

Weitere Informationen finden Sie unter www.gpge.de


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