Hepatitis C: Dauerhafte Heilung steigert die Überlebensrate
Erste Anzeichen für eine Hepatitis-C-Virus (HCV)-Infektion können grippeartige Symptome, Kraftlosigkeit oder Müdigkeit sein. Diese Symptome der HCV-Erkrankung erscheinen zunächst oft unauffällig; die HCV-Infektion kann die Leber auf lange Sicht jedoch nachhaltig schädigen. Umso wichtiger ist ein frühzeitiges Erkennen der Erkrankung und eine schnell eingeleitete Therapie. Das Vorkommen von HCV-Antikörpern in der deutschen Bevölkerung wurde bisher auf 0,5 % geschätzt. Eine auf den Großraum Berlin begrenzte Studie lässt jedoch vermuten, dass bei vielen chronisch HCV-Infizierten eine rechtzeitige Diagnose oft ausbleibt. Bei ersten Anzeichen der Viruserkrankung oder für Menschen aus Risikogruppen empfiehlt es sich daher, zum Arzt zu gehen und sich auf HCV testen zu lassen. Das Virus kann unter anderem durch direkten Blutkontakt, Tätowierungen, Piercing oder Ohrlochstechen übertragen werden. Häufig sind vor allem Drogenkonsumenten betroffen, die sich mit dem Hepatitis-C-Virus durch das gemeinsame Benutzen von Spritzen infizieren.
Frühzeitige HCV-Behandlung ist besonders wichtig
Das Ziel jeder Hepatitis-C-Therapie ist es, den Virus zu eliminieren und so eine Heilung zu erreichen. In einer aktuellen Studie , an der 515 Patienten beteiligt waren, wurde nun der Zusammenhang zwischen dem dauerhaften virologischen Ansprechen (sustained viral Response; SVR) und der Sterberate innerhalb von 5 Jahren untersucht. Sofern ein Patient ein halbes Jahr nach erfolgreichem Therapieende immer noch virusnegativ ist und keine Hepatitis-C-Viren mehr in seinem Blut nachgewiesen werden können, kann er davon ausgehen, geheilt zu sein. Nur in sehr seltenen Fällen kommt es nach Ablauf der 6 Monate zu einem erneuten Auftreten der HCV-Infektion.
Bei der zwischen 2001 und 2008 durchgeführten Untersuchung konnte belegt werden, dass eine Heilung der HCV-Erkrankung (keine Viren mehr im Blut nachweisbar) nach einer Kombinationstherapie mit Peginterferon und Ribavirin zu einer höheren Überlebensrate führt:
Innerhalb der 5 Jahre starben lediglich 3 % der Patienten, die nach der Therapie geheilt waren (46 %). Bei den Patienten, die nach der Behandlung wieder viruspositiv wurden (Relapse) oder zu keinem Zeitpunkt ausreichend auf die Behandlung ansprachen (Non-Responder), lag die Sterberate hingegen mit jeweils 12 % höher. Wenn die HCV-Therapie vorzeitig abgebrochen wurde, war die Mortalitätsrate sogar noch höher (19 %).
War der Patient bereits an einer Leberzirrhose erkrankt, konnte seine Überlebenschance durch eine dauerhafte Heilung der HCV -Infektion nicht wesentlich verbessert werden:
Es starben fast ebenso viele Patienten mit Zirrhose, die von der HCV-Infektion geheilt wurden (22,3 %), wie Patienten mit Zirrhose, die nicht dauerhaft von der HCV-Erkrankung geheilt werden konnten (26,3 %). Im Gegensatz dazu war die Sterblichkeit von Patienten ohne Zirrhose und mit dauerhaftem virologischem Ansprechen deutlich niedriger als bei Patienten ohne Heilung (mit SVR 1,2 %; ohne SVR 6,5 %). Diese Ergebnisse belegen die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnose und Therapie der Hepatitis C vor Erreichen des Zirrhosestadiums.
