Die Hepatitis C-Therapie

Entwicklung der antiviralen Kombinationstherapie

Mit der richtigen Behandlung kann mittlerweile einer Vielzahl an chronischer Hepatitis C (HCV-Infektion) erkrankten Menschen geholfen werden. Als Standardtherapie gilt die Kombinationstherapie, bei der zwei verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen: Interferon alfa und Ribavirin. Durch den Einsatz dieser Kombinationstherapie mit pegyliertem (langanhaltend wirksamem) Interferon alfa plus Ribavirin konnten die Heilungsraten in den letzten 15 Jahren von durchschnittlich 10% auf über 60% verbessert werden.
Das Interferon wird einmal wöchentlich als Injektion und Ribavirin täglich oral als Kapsel, Lösung oder Filmtablette verabreicht.

Derzeit sind zur Behandlung der chronischen Hepatitis C-Infektion zwei pegylierte Interferone zugelassen, die beide in Kombination mit Ribavirin (Kapseln, Lösung oder Filmtablette) verabreicht werden.

Ansprechen auf die Therapie

Bei der antiviralen Behandlung des Hepatitis C-Virus spielt vor allem die schnelle und anhaltende Verringerung der Viruslast – der Menge der Viren im Blut – eine entscheidende Rolle. Fällt die Viruslast durch die Therapie unter die Nachweisgrenze, gilt der Patient als virusnegativ. Hält dieser Zustand 6 Monate nach Therapieende weiterhin an, spricht man von einem anhaltenden virologischen Ansprechen (SVR = Sustained Virological Response), das in beinahe 100% der Fälle mit einer Heilung gleichgesetzt werden kann. Können jedoch 6 Monate nach Abschluss der Therapie wieder Hepatitis C-Viren im Blut nachgewiesen werden, liegt ein Rückfall (Relapse) vor. Patienten, bei denen die Viruslast zu keinem Zeitpunkt der Therapie unter der Nachweisgrenze liegt, gelten als Non-Responder. Diese Patienten haben demnach zu keinem Zeitpunkt der Therapie auf die Medikamente angesprochen.

Prognostische Faktoren und Therapiedauer

Generell können einige Faktoren die Verringerung der Viruslast des Hepatitis C-Virus positiv oder negativ beeinflussen. Eine wichtige Rolle spielt dabei der sogenannte Genotyp des Hepatitis C-Virus. Durch eine RNA-Analyse (molekularbiologisches Verfahren, das im Bereich der Diagnostik zur Bestimmung eines Krankheitserregers angewandt wird) des Virus kann festgestellt werden, um welchen Genotyp der 6 Haupt-Genotypen es sich handelt. Die Genotypen 2 und 3 gelten im Vergleich mit den Genotypen 1 und 4 als einfacher therapierbar. Der Genotyp 1 kommt in Deutschland am häufigsten vor.
Zahlreiche Untersuchungen konnten zeigen, dass außerdem die Therapiedauer und die Ribavirindosis einen Effekt auf die Heilungschancen haben. Die Höhe der Viruslast kann ebenfalls Auswirkungen auf den Behandlungserfolg haben. Der Arzt nimmt dazu vor Therapiebeginn Blut ab, welches analysiert wird. Je geringer die Viruslast, desto höher die Chance auf eine erfolgreiche Therapie.

Der wichtigste Parameter für ein Therapieansprechen ist der Leberzustand des Patienten. Der Entzündungs-, Fibrose- (krankhafte Vermehrung von Bindegewebe) und Zirrhosegrad (die Leberzirrhose ist das Endstadium verschiedener chronischer Lebererkrankungen) haben deutliche Auswirkungen auf die Ansprechraten. Aus diesem Grund ist eine rechtzeitige Therapie der chronischen Hepatitis C-Infektion von großer Bedeutung. Fortgeschrittenes Alter, Alkohol und Übergewicht sind weitere ungünstige Faktoren für eine Heilung.

Alle genannten Faktoren sollten zur Bestimmung der individuellen Hepatitis C-Therapie (Therapiedauer und Dosierung) herangezogen werden. Diese kann bei gutem Nebenwirkungsmanagement zu hohen anhaltenden Ansprechraten und damit zur Heilung der chronischen Hepatitis C-Infektion führen.


Lesen Sie im nächsten Online-Artikel welche Nebenwirkungen unter der antiviralen Therapie auftreten und was man tun kann, damit die Behandlung besser vertragen wird!