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Allgemeine Informationen

Inhaltsverzeichnis des Artikels

  1. Was ist Hepatitis?
  2. Die Leber 
  3. Wie zerstören die Hepatitis-Viren die Leber
  4. Funktion der Leber
  5. Inkubationszeiten
  6. Übersicht zur Hepatitis

Was ist Hepatitis?

Eine Hepatitis ist eine Entzündung der Leber (Hepar = griech. Leber), in bestimmten Fällen auch „Gelbsucht“ oder „Gilb“ genannt. Eine Gelbfärbung der Haut und des „Weißen“ im Auge ist ein häufiges Symptom der Hepatitis.

Leberentzündungen werden am häufigsten durch Viren verursacht. Dazu gehören neben den verschiedenen Hepatitis-Viren (Hepatitis A, B, C, D oder E) auch andere Viren, die zum Beispiel das Pfeiffersche Drüsenfieber, Windpocken, Gürtelrose oder Herpes (Bläschen an Lippen oder Genitalien) verursachen. Aber auch Medikamente und Alkohol, Stoffwechselstörungen, eine Schwangerschaft und die sogenannte Autoimmunhepatitis können zu einer Leberentzündung führen.

Die Leber

Die Leber ist das wichtigste Stoffwechselorgan des Körpers und gleichzeitig die größte Drüse im Körper des Menschen. Die Leber eines gesunden Menschen wiegt ca. 1.500 g. Sie liegt im rechten Oberbauch und ihre Oberfläche grenzt unmittelbar an das Zwerchfell.

Ihr Arzt kann bei der körperlichen Untersuchung die ungefähre Größe und Beschaffenheit der Leber durch Abtasten und Beklopfen feststellen. Eine genauere Beurteilung ist durch eine Ultraschalluntersuchung (Oberbauch-Sonographie) und insbesondere durch eine Probeentnahme (Leberbiopsie mit histologischer Untersuchung) möglich.

Die Leber nimmt eine wichtige zentrale Stellung im Körper ein, da sie vielfältige Aufgaben im Stoffwechsel übernimmt. Die Leber besteht aus vielen kleinen Bausteinen, den Hepatozyten (Leberzellen), die die vielfältigen Funktionen der Leber wahrnehmen. Als größtes Stoffwechselorgan wird die Leber über zwei große Blutgefäße mit Blut versorgt. Die Leberarterie bringt sauerstoffreiches Blut zur Leber und die Pfortader transportiert Nährstoffe aus dem Darm direkt zur Leber. Etwa 1,5 Liter Blut fließen pro Minute durch das Organ!

Die Leber liegt anatomisch gesehen „zwischen“ dem Darm und den peripheren Organen, also den Orten der Aufnahme der Nahrung (Darm) und den Organen, welche die umgebauten Nahrungsbestandteile (Fette, Eiweiße, Zucker) benötigen. Betrachtet man ein Gewebsstück aus der Leber (Leberbiopsie) unter dem Mikroskop, so kann man bei entsprechender Vergrößerung die einzelnen Leberzellen erkennen, die ganz verschiedene Stoffwechselvorgänge beherbergen.

Die Leber ist u. a für die folgenden verschiedenen Funktionen wichtig:

  1. Verdauung: Die Leber produziert bis zu 1 Liter Gallenflüssigkeit (Gallensäure) am Tag, die über die kleinen und größeren Gallengänge in den Darm ausgeschieden wird. Die darin enthaltenen Gallensäuren dienen als Emulgator, damit Fette aus der Nahrung aufgenommen und verdaut werden können. Durch die Gallensäuren können auch Fremdstoffe oder Abbauprodukte des Organismus in den Darm abgeführt werden. Die Gallenflüssigkeit wird zum großen Teil in den unteren Darmabschnitten über die Blutgefäße des Darms wieder in die Leber zurückgeholt (enterohepatischer Kreislauf).
    Das „Reservoir“ der Galle ist die Gallenblase, die in sehr enger Nachbarschaft zur Leber selbst im rechten Oberbauch liegt.
    Aus dem Blut nimmt die Leber die verdaulichen Stoffe auf, baut aufgenommene Eiweißbausteine (Aminosäuren) in körpereigenes Eiweiß um, lagert Zucker für den kurzfristigen Energiebedarf ein und liefert den verschiedenen Zellen im Körper über das Blut energiereiche Nährstoffe. Die in der Leber anfallenden Endprodukte des Eiweißabbaus, Harnstoff und Ammoniak, werden über das Blut zur Niere transportiert, wo sie über die Blase mit dem Urin ausgeschieden werden.
  2. Entgiftung: Die Leber ist das wichtigste Organ für den Abbau (Metabolisierung) stoffwechseleigener und stoffwechselfremder Substanzen wie z. B. Stoffwechselprodukte, Alkohol, Arzneimittel oder Umweltgifte. Diese Substanzen werden in der Leber durch Stoffwechselprozesse abgebaut und danach ausgeschieden.
  3. Immunabwehr: Darüber hinaus ist die Leber ein wichtiges Organ für Abwehrvorgänge und für die Steuerung derselben: Bakterien, Bakteriengifte, bestimmte größere Eiweißkörper, die den Organismus schädigen könnten, werden in der gesunden Leber abgebaut.
  4. Hormonsystem: In der Leber werden auch Hormone und/oder deren Vorstufen gebildet. Daneben aktiviert die Leber auch Hormone wie Schilddrüsenhormone. Auf der anderen Seite steuert die Leber durch den Abbau von Hormonen wie Sexual- und Wachstumshormonen oder Insulin den Organismus.

Wie zerstören die Hepatitis-Viren die Leber?

Die verschiedenen Virusarten sind jeweils auf bestimmte Zelltypen spezialisiert. Hepatitis-Viren gelangen über das Blut in die Leberzellen, dringen dort ein und stecken weitere Zellen an. Die Erkrankung schreitet immer schneller fort. Dies gilt zumindest für das Hepatitis C-Virus, das nach bisherigen Erkenntnissen die Leberzellen direkt zerstört.
Beim Hepatitis B-Virus wird angenommen, dass es die Leberzellen nicht direkt schädigt, sondern eine Immunreaktion auslöst, durch die alle vom Virus befallenen Leberzellen angegriffen und zerstört werden.
Für alle anderen Hepatitisformen ist dieser Mechanismus noch nicht geklärt.

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Inkubationszeiten

Der Zeitraum zwischen der Infektion (Ansteckung) und der Erkrankung mit einer akuten Hepatitis beträgt bei Hepatitis A und E etwa 2 bis 8 Wochen, bei Hepatitis B, C und D zwischen 2 Wochen und etwa einem halben Jahr. Hepatitis A und E verlaufen nicht chronisch

Übersicht zur Hepatitis

Hepatitis A (HAV) Hepatitis B (HBV) Hepatitis C (HCV)
Übertragungswege
  • fäkal-oral (Das Virus wird mit dem Stuhl ausgeschieden und gelant durch mangelnde Hygiene in den Mund)
  • verunreinigte Lebensmittel / Wasser
  • Geschlechtsverkehr
  • Blut-Blutkontakt
  • selten auch durch Kontakt mit anderen Körperflüssigkeiten
  • Blut-Blutkontakt
  • Geschlechtsverkehr
  • 40% der Übertragungswege unbekannt
Inkubationszeit 10 - 40 Tage 1 - 6 Monate 20 Tage - 6 Monate
Symptome
  • Appetitlosigkeit
  • Abneigung gegen Fett und Alkohol
  • allgemeine Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen (Sitz der Leber
  • meist ohne auffällige Beschwerden
  • Gelenkschmerzen
  • Hautausschlag mit Juckreiz
  • Nierenbeschwerden
  • meist ohne auffällige Beschwerden
  • allgemeine Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
Diagnose
  • Bluttest
  • Bluttest
  • Bluttest
Therapie
  • Körperliche Schonung
  • Ausreichende Versorung mit Vitaminen (Obst, Gemüse)
  • Verzicht auf Alkohol und Medikamente
  • Interferon_Therapie
  • Lamivudin
  • Kombinationstherapie aus pegyliertem Interferon alfa und Ribavirin
Chron., Verlauf
  • 5 - 10%
  • 50 - 80%
Vorbeugung
  • Schutzimpfung
  • Schutzimpfung
  • keine Impfung möglich
  • mehrmaligen Gebrauch von Spritzen vermeiden
  • bei häufig wechselnden Sexualpartnern auf geschützten Geschlechtsverkehr achten

Erfahren Sie mehr im Artikel:

Hepatitis A und E

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